Großwetterlage Europa

12.10.2026, 12:00 UTC | VBZ Offenbach
Wetterlage Europa Mo., 12.10.
Prognosekarte ICON 2026-10-11 00 UTC + 36 h, Bodenluftdruck Europa
(MEZ = UTC+1 / MESZ = UTC+2)
Zeitpunkt
Wetterbericht Großwetterlage Synoptische Kurzfrist
SWa Hochdruckeinfluss mit Grenzschichtproblematik, am Dienstag vorübergehend gestört durch eine Frontenpassage mit unergiebigem Regen und leichter Windauffrischung.

Montag... schickt sich der für unser Wochenendwetter verantwortliche Langwellentrog im Zuge der schleichenden Progression der Höhenströmung an, allmählich aus unserem Einflussbereich nach Osten herauszuziehen. Ihm folgt ein vom Nordostatlantik bis weit ins Nordmeer aufragender Rücken, der aufgrund der nördlichen Extension eigentlich blockierende Wirkung entfalten könnte. Eigentlich, wäre da nicht ein weiterer Langwellentrog, der gefüttert mit Kaltluft aus der Labradorsee mit Schwung in Richtung Britischen Inseln schwenkt und mit Hilfe des weiterhin nur langsam nach Osten sich verlagernden Langwellentrogs östlich von uns die Wellenlänge des Rückens rasch verkürzt.

Bodennah sorgt der Rücken heute allerdings für Unterstützung des Hochs ELMAR mit Schwerpunkt über dem Alpenraum und einem Kerndruck knapp über 1020 hPa. Bis zum Abend wandert der Schwerpunkt in Richtung westliches Tschechien, wobei der Kerndruck bis nahe 1025 hPa steigt.

Aus diesem Gemisch resultiert heute unter dominierendem Absinken vielfach ein locker bewölkter bis heiterer Tag. Es lassen sich aber 3 Zonen herausarbeiten, in denen mehr Bewölkung vorhanden sein wird. Erstens betrifft das den Südwesten, der Nebel bzw. Reste einer Stratusdecke abbekommt, die sich erst im Tagesverlauf allmählich auflöst. Zumindest vormittags ist daraus unterhalb der Sperrschicht bei etwa 850 hPa örtlich geringer Sprühregen möglich, bevor die Wolkendecke nachmittags durch Absinken immer größere Löcher bekommt. Zweitens gibt es von der Deutschen Bucht bis etwa zum Erzgebirge teils dichtere Bewölkung in einem Streifen erhöhter Feuchtigkeit, die der Trog in der nordwestlichen Strömung hinterlassen hat. Darin finden sich heute Morgen einige Schauer mit allerdings meist nur geringen Mengen, die sich im Laufe des Tages mehr und mehr Richtung Thüringen, Sachsen und dem Erzgebirge zurückziehen. Am Nachmittag simulieren ICON-D2 bzw. ICON-D5 lokal bis etwa 5 l/qm in kurzer Zeit. Für Gewitter reicht es wahrscheinlich nicht (Deckel bei rund 750 hPa). Drittens ist ein Bereich von Vorpommern bis zur Uckermark betroffen. Dort kommt es in der Nähe zum Trog bei etwas WLA zu Quellwolken und einzelnen Schauern, die aber mangels ML-CAPE und einem Deckel bei rund 800 hPa ebenfalls wohl unelektrisch bleiben. In diesen drei Gebieten liegt die relative Sonnenscheindauer bei 30 bis 50% (3 bis 5 Stunden), während sonst 60 bis 90% (6 bis 9 Stunden) zu erwarten sind.

Unter zunehmendem Hochdruckeinfluss schwächt sich auch der Gradient ab. An der vorpommerschen Ostseeküste sind bis etwa zum frühen Nachmittag noch einzelne steife Böen bis 60 km/h (Bft 7) aus Nordwest möglich. Ansonsten weht der Wind schwach, nach Osten hin teils mäßig aus unterschiedlichen Richtungen.

Die Temperaturen steigen in der sich erwärmenden Meereskaltluft mit T850 hPa zwischen 0 Grad im Osten und 5 Grad im Südwesten in 2 Metern auf 12 Grad an der Ostsee und bis 20 Grad am Oberrhein.

In der Nacht zum Dienstag erreicht die Achse des weiterhin langsam nach Osten ziehenden Rückens eine Linie Nord-Norwegen - Dänemark - Benelux - Iberische Halbinsel. Bodenhoch ELMAR wandert dadurch ins östliche Österreich. Weite Teile des Landes liegen folglich unter Absinken bei geringer Bewölkung, in der sich Nebel und Hochnebel ausbreiten können. Im Westen allerdings zieht in der zweiten Nachthälfte mit dem Rücken auflaufender WLA mehrschichtige Bewölkung auf, die die Ankunft eines Frontensystems ankündigt. Dieses gehört zu einem Tief mit Zentrum im südwestlichen Nordmeer am Dienstagmorgen, wobei das Tief aus dem von Grönland kommenden Trog genährt wird. Zum Morgen hin bringt die Warmfront im Westen und Nordwesten erste leichte Regenfälle mit unergiebigen Mengen.

Der Wind weht nur schwach, zum Morgen hin im äußersten Westen mäßig. Auf den Nordseeinseln sind erste starke Böen um 45 km/h (Bft 6) zu erwarten.

Die Temperaturen sinken im Westen unter Wolken auf 10 bis 2, bei Aufklaren sonst auf 4 bis -3 Grad. Empfindliche Pflanzen sollten nun geschützt werden.


Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Am Dienstag bestehen leichte Timingunterschiede beim Frontensystem, die aber hinsichtlich der Warnlage nicht relevant sind. Bei einzelnen Modellen sind in der zum Mittwoch etwas höhere Regenmengen am Alpenrand vorhanden. Sie liegen allerdings noch jenseits der Warnschwellen.



VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler
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Die Synoptischen Übersichten informieren über die aktuelle Großwetterlage in Mitteleuropa und die weitere Entwicklung. Neben dem Vergleich verschiedener Wettermodelle werden hier auch Einschätzungen zur Wahrscheinlichkeit bevorstehender Wetterereignisse getroffen. Ergänzend zu den Berichten finden Sie hier auch Prognosekarten für die entsprechenden Vorhersagezeiträume.